Bodenpersonal gesucht
Zwischen Klassik und Pop

Annette Petrick, Kantorin

„Auf Dein Wort hin will ich die Netze auswerfen“ – dieser Vers stand am Tag meiner Aufnahmeprüfung zum Kirchenmusikstudium in Herford in meinem Andachtsbüchlein.

Er gab mir Mut, mein Bestes zu geben und gleichzeitig die Gelassenheit, dass ich oder auch die Prüfer letztlich meinen Lebensweg nur bedingt in der Hand haben. Manchmal spricht Gottes Wort eben auch heute noch in unser Leben. :-)

Bei meiner Arbeit in Steinhagen erlebe ich das immer wieder. Für mich ist es ein großes Privileg, mit Menschen Musik machen zu können, die ihnen gut tut, sie tröstet, ihre Freude ausdrückt, gute Laune macht, ihre Not formuliert. Kirchenmusik hat einfach eine Tiefe durch ihre Inhalte und den Text-Ton-Bezug, die ihresgleichen sucht. Dabei ist es absolut zweitrangig, ob es sich um einen guten Gospel handelt oder eine Bach-Motette. Verschiedene Leute – unterschiedliche Musik!

Kirchenmusik ist Ausdruck des Glaubens und berührt deshalb Menschen. Und zwar auf eine Art und Weise, wie Texte allein es nicht vermögen. Deshalb schätze ich die gute Zusammenarbeit mit den Pastorinnen und Pastoren sehr, da wir gemeinsam aus dem Vollen schöpfen können.

Kirchenmusik ist Ausdruck des Glaubens und berührt deshalb Menschen. Und zwar auf eine Art und Weise, wie Texte allein es nicht vermögen.

Meine Arbeit als Kantorin reicht vom großen Chor- und Orchesterkonzert über das Singen mit den Kindern der Kita, Gottesdienstplanungen, ein Gespräch über die Musik bei einer Goldhochzeit bis zur Abrechnung der letzten Kinderchorfreizeit.

Die Menschen in meinen Gruppen, ob groß oder klein, kommen freiwillig und in ihrer Freizeit. Deshalb möchte ich, dass sie sich wohl fühlen, merken, dass sie für die Arbeit wichtig sind und etwas aus der Chorprobe mitnehmen können. Da ist die Atmosphäre entscheidend und die Fähigkeit, in einer Probe die Balance zwischen konzentrierter Arbeit und Zeit für Humor zu halten. Grundlage dafür ist aus meiner Sicht eine eigenständige musikalische Persönlichkeit und ein gewisses Maß an Menschenkenntnis. Als Ausgleich zu den manchmal auch anstrengenden Begegnungen dient dann das eigene Üben allein am Instrument.

Kirchenmusik-Student