Bodenpersonal gesucht
Zwischen Klassik und Pop

Tim Gärtner, Student der Kirchenmusik

Ein junger Vater, eine alleinstehende Witwe, Konfirmanden, Kinder oder auch Soldaten – mit vielen unterschiedlichen Menschen habe ich als Kirchenmusikstudent schon Musik gemacht. Die Orte sind dabei genauso vielfältig wie die Menschen. Sei es Kirche, Gemeindehaus oder Bandprobenraum, im Freien oder in einem Physikseminarraum einer Uni, überall kann gemeinsam Musik entstehen.

Für mich ist ein Kirchenmusiker nicht allein Ausführender, vielmehr Anleiter, Interpret und Pädagoge für die, die mit ihm gemeinsam Musik machen. Mein Ziel ist es, die Musik zu vermitteln, sie weiterzugeben in Wort und Ton und die Botschaft zu verkünden. Dann ist es nebensächlich, ob man Konzerte veranstaltet, Gottesdienste begleitet, einen Chor leitet oder mit Konfirmanden ein Singwochenende durchführt.

Gottesdienste zu begleiten bedeutet für mich mehr als Orgelmusik zu Anfang und am Ende und noch vier Choräle abzuspielen. Wort und Musik sollen eine Einheit werden. Ich stimme die Menschen auf den Gottesdienst und seine Thematik ein, nehme Stimmungen auf und wecke Neugier auf das gesungene Lied. Dabei gilt es, jedes Lied in seinem Charakter möglichst authentisch wiederzugeben, sei es Choral oder Neues Geistliches Lied. Was ich auch mache, die Motivation dabei ist immer die gleiche: Freude schenken – den Glauben weitergeben.

Meine Hoffnung ist, die gute Nachricht weiter zu tragen, die in der Musik steckt und die mich trägt.

Wenn dann eine Teilnehmerin nach dem Singprojekt zu mir kommt und sagt, dies habe sie sich sonst nie getraut, oder wenn ein Mann sich nach dem Gottesdienst mit den Worten bedankt, die Freude an der Musik sei spürbar gewesen, dann ist dies der größte Lohn für meine Tätigkeit.

Vielleicht kann ich jemandem den trüben Tag aufhellen, vielleicht hat jemand mehr Spaß am Singen gefunden, meine Hoffnung ist aber, die gute Nachricht weiter zu tragen, die in der Musik steckt und die mich trägt.